Rezension zu „Der Pfau“ von Isabel Bogdan

BogdanEs geht weniger um Eitelkeit, als die interessierte Leserin dem Titel nach denken könnte.
Im luftig leichten Roman (250 Seiten) „Der Pfau“ von Isabel Bogdan geht es um einen Vogel aus Fleisch und Blut der auf einem etwas herunter gekommen Anwesen am Fuße der schottischen Highlands wohnt und zu einer Gefahr für die Feriengäste geworden ist. Mit dem Ableben des verrückten Pfaus beginnt ein Reigen aus Missverständnissen und Heimlichkeiten. Akribisch wird die Desinformation aller TeilnehmerInnen eines Teambuilding-Wochenendes von Bankangestellen beschrieben. Das könnte fast nerven, wenn es nicht so lustig wäre. Als dann auch noch eine Gans verschwindet ist das Chaos perfekt.

Die gruppendynamischen Spielchen – wie Schiffe auf dem Papier konstruieren oder Hütten im Wald konstruieren – werden im Angesicht dieser Vogelperspektive zur Nebensache. Dass sich am Ende doch alle von einer neuen Seite kennenlernen, hat andere Ursachen …

Der Roman erschien 2016 beim Verlag Kiepenheuer & Witsch. Er ist in unserer Bibliothek auch ausleihbar (Signatur: R Bog).

Monika Weckenbrock (auch St. Sinn) ist Zeitspenderin und Leserin der hamburger frauenbibliothek. Mit ihrem  Institut für Glücksforschung macht sie in unseren Räumen auch Veranstaltungen zum Bedingungslosen Grundeinkommen,  außerdem ist sie Aquarellmalerin.