Unsere nächste Veranstaltung

Fa(t)shionista

 VS_9783864930539-Albrecht-Fatshionista_U1.inddRund und glücklich durchs Leben
(Ullstein Verlag, 2018)

Schon als Sechsjährige ärgert sich Magda Albrecht über die Kommentare ihrer Mitmenschen, die abfällig über ihren dicken Körper sprechen. Heute will sie das Schönheitsideal verändern, besser: ausdehnen, denn nicht die vielen Pfunde, sondern die Vorurteile sind hartnäckiger als gedacht: Wer dick ist, hat versagt, ist faul und ungebildet. Warum eigentlich?, fragt sich die Autorin nach vielen Jahren der Verunsicherung und verordnet sich seither keine Diätshakes mehr, sondern eine doppelte Portion Selbstbewusstsein. Denn sie hat gelernt, dem Schlankheitsideal etwas entgegenzuhalten: stolze Fatshionistas und die Erkenntnis, dass Diäten nichts bringen — außer schlechter Laune.

Magda Albrecht, Autorin, Bloggerin, Musikerin. Sie macht politische Bildungsarbeit, hält Vorträge und gibt Workshops zu den Themen Körpernormen (insbesondere Dickendiskriminierung), Strategien zur Selbstermächtigung und queer_feministischer Aktivismus.

Mittwoch, 27. Juni 2018, 19.30 Uhr

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Eintritt: 3 €

in Kooperation mit PINKSTINKS

Buchtipp: Julie Phillips, „James Tiptree Jr. Das Doppelleben der Alice B. Sheldon“

Ein Wirbelsturm im Glas

Als der Schrifsteller Robert Silverberg seinem Autorenfreund James Tiptree Jr. einen Brief auf dem Briefpapier seiner Frau schickt, antwortet dieser: „Ich habe mich vor dem Lesen rasiert und Rasierwasser aufgetragen.“ Intelligent, humorvoll, charmant – James Tiptree, talentierter Science-Fiction-Schriftsteller, scheint ein Mann von Welt zu sein, ein stilvoller Gentleman in den späten 1960er-Jahren. Nur – er ist kein Mann. Sondern ein Pseudonym. Ein schillerndes Alias, hinter dem sich die Autorin und Psychologin Alice B. Sheldon verbirgt. Wie das funktioniert? Das beschreibt Julie Phillips in ihrer spannenden Autobiographie über die vielen Leben der Alice B. Sheldon. Wir begleiten die faszinierende Autorin von ihrer Kindheit in Afrika über ihre schwierige Ehe bis zum erweiterten Selbstmord mit 71 Jahren. Es ist eine Geschichte über Geschlechterrollen, Sexualität und die erstickenden Konventionen der 1960er Jahre. Inmitten dieses misogynen Klimas schafft sich Alice B. Sheldon, die ihren Namen zeitlebens hasste, einen safe space – einen geschützten Raum – unter dem Namen eines Mannes. Nicht nur, um ihre akademische Karriere zu schützen, sondern auch, so erklärte die Amerikanerin, weil Tiptree Dinge sagen konnte, die sie nicht auszudrücken vermochte. „Schreiben ist meine einzige Verbindung zum Lebens“, notierte sie in einem ihrer unzähligen Briefe. Es endet dramatisch, unberechenbar – ein irritierend passendes Ende für ihr nicht minder ungewöhnliches Leben. Was bleibt? Große Klassiker der amerikanischen Science Fiction. Und die Frage: Was macht eine Identität aus? Manchmal der Name auf einem Marmeladenglas.

Julie Phillips, „James Tiptree Jr. Das Doppelleben der Alice B. Sheldon“, Septime Verlag 2013, 783 S.

In der Bibliothek zu finden unter Wa She

Mira de Gouges

 

Buchtipp: Ursula Le Guin: Freie Geister

Zwischen den -ismen

Es ist die ganz große Frage, die Ursula K. Le Guin in ihrem Klassiker „Freie Geister“ stellt. Ist eine herrschaftsfreie Gesellschaft, ein kommunistisches Utopia frei von Besitz und Geld, möglich? Der Planet Anarres scheint diesen idealen Schwebezustand erreicht zu haben. Zumindest auf den ersten Blick. Hier steht die Gemeinschaft über dem Individuum, zu „egoisieren“ – etwas nur für sich zu beanspruchen – wird bestraft. Frauen und Männer sind absolut gleichgestellt, das Wort Besitz existiert im Sprachgebrauch der Anarreser*innen nicht. Der Planet ist der kommunistisch anmutende Bruder des Planeten Urras, misstrauisch beäugt von diesem hochkapitalisierten Moloch, der Anarres als erweiterte Bergbaukolonie nutzt. In dieses Szenario zwischen den Welten und den -ismen setzt Le Guin ihren Protagonisten Shevek, einen hochintelligenten Physiker und ein Kind des anarchistischen Systems, dessen Gründerin Odo fast gottgleich auf Anarres verehrt wird. Zwischen Arbeitsdienst und der Forschung an einer völlig neuen Theorie der Zeit, rennt Shevek vor Mauern – in seinem Denken und in seiner Arbeit. Erst der Austausch mit alten Freunden und der Besuch des Bruderplaneten Urras führen ihm vor Augen: Es gibt kein schwarz oder weiß, nur das nebulöse tiefe Grau, in dessen Zentrum ein machthungriger Maelstrom tobt.

Le Guins Werk lenkt den lesenden Blick in andere Welten, nur, um ihn umso eindrucksvoller in den eigenen Kopf zurückzuwerfen. Sie führt den Leser*innen mit einnehmender Sprache und einer fein gestrickten Parabel die eigenen idealistischen Konstrukte vor Augen: Zwei Gesellschaften, die eine kapitalistisch, immer in Angst vor der nächsten Revolution, die es mit der Erzeugung künstlicher Bedürfnisse zu betäuben gilt. Die andere frei von allen Zwängen, die Arbeit als inneres Bedürfnis begreift und nicht nur um den Weltraumhafen, die einzige Verbindung zu Anarres, eine Mauer schafft – und in der doch einige wenige die Geschicke eines Planeten lenken. Schon wenigen Seiten wird klar: Urras und Anarres sind nicht weit entfernt.

Ursula K. Le Guin, „Freie Geister“, Neuübersetzung, S. Fischer Verlag 2017, 14,99 Euro

In der Bibliothek zu finden unter Rd LeG

Mira de Gouges

Unsere nächste Veranstaltung: Bücher-Café

Erlesenes für Frauen*

Sonntag, 15. April 2018, 15.00 Uhr

rotessofa2Das DENKtRÄUME-Team hat sich wieder für euch umgesehen und gibt Lese-Tipps frisch von der Leipziger Büchermesse …

Das DENKtRÄUME-Team präsentiert dreimal im Jahr aktuelle frauen*relevante Neuerscheinungen. Nach der Leipziger Buchmesse im Frühjahr, im Sommer mit dem Schwerpunkt Urlaubslektüre und im Winter mit Neuigkeiten von der Frankfurter Buchmesse. Dazu gibt es immer einen gut sortierten Bücherflohmarkt, eine Tombola mit tollen Preisen (Leseausweise, Büchergeschenke …) und – last not least: Es gibt leckeren selbst gebackenen Kuchen!

Eintritt: frei

Unsere nächste Veranstaltung:

Zum Frauenbild der „Identitären“

Die „Identitäre Bewegung“ (IB) ist ein Phänomen neueren Datums. Für ihre meist jüngere Zielgruppe stellt sie sich dar als jung, hip, aber vor allem nicht rechts(-extrem). Dass sie dennoch dem rechten politischen Spektrum zuzuordnen ist, wird vielfach diskutiert und bestätigt.

Die Bewegung ist auch und gerade für junge Frauen interessant, die mit dem Image der „Nazi-Braut“ nichts anfangen können/wollen, der „Gefahr durch den Islam“ und seiner Abwehr jedoch durchaus etwas abgewinnen können. Die Frauen der IB sind scheinbar gleichberechtigt mit den Männern in der Bewegung aktiv. Dass sich hinter dem jungen, attraktiven, vermeintlich emanzipiertem Image jedoch ein konservatives und antifeministisches Frauenbild versteckt, das Parallelen zu 1933 und der NS-Ideologie hat, bleibt auf den ersten Blick verschleiert.

Der Vortrag beleuchtet das Frauenbild der Identitären Bewegung und will so eine kritische Auseinandersetzung bieten, die in der anschließenden Diskussion vertieft werden kann.

lehnertProf. Dr. Esther Lehnert, Professorin für Theorie, Geschichte und Praxis Sozialer Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin; Mitarbeit im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus und Beraterin der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung; zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Nationalsozialismus, Rechtsextremismus und Geschlecht

Dienstag, 20. März 2018, 19.30 Uhr

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Eintritt: 3 €

 

Fem*Quiz

Quiz_1So oder so ähnlich könnten die Fragen des ersten Hamburger Fem*Quiz lauten … Wir DENKtRÄUMErinnen wollen eine neue Reihe starten: An den jeweiligen Quiz-Terminen treten Teams von bis zu 4 Mitspielerinnen an, die über sechs Runden mit jeweils 6 Frageblöcken gegeneinander antreten. Die Themen sind queerbeet angelegt. Ob Bilderrätsel, Hörprobe oder Videoclip – Hauptsache der Spaß kommt nicht zu kurz! Und am Ende des Turniers gibt’s natürlich einen Fem*Quiz-Preis!

Wer noch kein Team hat, darf sehr gerne auch alleine vorbei kommen und vor Ort spontan eine Gruppe bilden.

Und Kaffee + Kuchen und Tee + Torten gibt’s auch.

Eintritt: 5 €

Sonntag, 11. März 2018, 15.00 Uhr

Frauen im Blick

home-2018Am 8. März feiern Frauen in der ganzen Welt den Internationalen Frauentag. Die „Frauen im Blick“-Initiatorinnen vom Landesfrauenrat Hamburg e.V., von Schöne Aussichten – Verband selbständiger Frauen e.V. sowie von der Handelskammer Hamburg, der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und der Industrie- und Handelskammer Stade laden alle herzlich dazu ein, die diesjährigen Feierlichkeiten

am Dienstag, 6. März 2018, um 18 Uhr

mit ihrem traditionellen Frauennetzwerktreffen „Frauen im Blick“ in der Handelskammer Hamburg zu eröffnen.

DENKtRÄUME wird – zusammen mit der Zentralen Gender-Bibliothek – dort mit einem Stand vertreten sein. Kommt doch einfach vorbei!

Black History Month

Jedes Jahr wird im Februar Black History Month gefeiert, um die Geschichte Schwarzer Menschen zu würdigen. Für die Frauenbewegung haben Schwarze Frauen wie Angela Davis und Audre Lorde eine wichtige Rolle gespielt. Seit einigen Jahren ist Chimamanda Ngozi Adichie in aller Munde. Wir haben uns in der Bibliothek umgeschaut und einige Bücher von Schwarzen Frauen zusammengestellt: Bücherliste

Weitere Informationen zum Black History Month: http://isdonline.de/black-history-month/ 

Und zu Hamburg: Black History Month in Hamburg