Unsere nächste Veranstaltung: 25.10.18

Freiheit von der Pille

freiheit von der pilleSeit 50 Jahren gilt die Antibabypille in Deutschland als sicherste Verhütungsmethode. Und noch immer wird sie als Meilenstein für die Emanzipation und Unabhängigkeit der Frau gefeiert. Noch heute nimmt die Mehrheit der Frauen im fruchtbaren Alter verschiedene Formen hormoneller Verhütung in Anspruch. Eine Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2011 ergab, dass 53 Prozent der Befragten der 18- bis 49-Jährigen die Pille einnehmen und weitere drei Prozent andere hormonelle Methoden verwenden. Unter den 19-Jährigen schlucken gut 70 Prozent die Pille. Doch hormonelle Verhütungsmittel bergen nicht unerhebliche Nebenwirkungen. Neben den Risiken tödlicher Thrombosen und Lungenembolien leben Frauen ganz selbstverständlich mit einer ganzen Bandbreite von Effekten. Darunter u. a. die Verminderung der Libido. Die Pille für den Mann hingegen ist immer noch nicht zugelassen. Wegen der Nebenwirkungen.

kraySabine Kray wurde 1984 in Göttingen geboren. Sie lebt als Autorin (u. a. für die ZEIT) und Übersetzerin in Berlin, wo sie sich als Mentorin für junge Mädchen bei der Bürgerstiftung Neukölln engagiert. Ihr Debüt Diamanten Eddie erschien im Frühjahr 2014.

Donnerstag, 25. Oktober 2018, 19.30 Uhr

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Eintritt: 3 €

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist online.

DDFDie neue Adresse zu Lesben- und Frauengeschichte im Netz: das Digitale Deutsche Frauenarchiv

Verlegung der Stolpersteine für Ella, Betti und Henriette Rosenblum

Pressemitteilung Nr. 10, Landesfrauenrat Hamburg e.V., Hamburg, den 13.09.2018

Verlegung der Stolpersteine für Ella, Betti und Henriette Rosenblum

Der Landesfrauenrat Hamburg e.V. und der Hamburger Frauenring laden ein zur Verlegung der Stolpersteine für die drei von den Nationalsozialisten ermordeten Schwestern Betti, Ella und Henriette Rosenblum.

Freitag, 21. September, 14.00 Uhr in der Straße Durchschnitt 8

©Amos Schliack

 Die Verlegung der drei Stolpersteine wird durch den Kölner Künstler Gunter Demnig erfolgen.

Im Anschluss sind alle Teilnehmer*innen herzlich eingeladen zu einem Beisammensein in die hamburger frauenbibliothek in der Grindelallee 43.

Mit der Übernahme der Patinnenschaft für die drei Stolpersteine möchten der Landesfrauenrat Hamburg und der Hamburger Frauenring in Zeiten des wieder erstarkenden Antisemitismus ein Zeichen setzen für Zivilcourage und das Einsetzen für demokratische Werte.

Betti (geb. 1.8.1878 Salzwedel), Ella (geb. 14.9.1882 Hamburg) und Henriette Rosenblum (geb. 22.5.1884 Hamburg) wohnten nach dem Tod ihrer Eltern in einer gemeinsamen Wohnung in der Straße Durchschnitt 8 im Hamburger Stadtteil Rotherbaum. Sie stammten aus einer Familie jüdischen Glaubens und hatten noch zwei Brüder, die ebenfalls im Holocaust ermordet wurden.

Ella trug als Kassiererin und Henriette als Schneiderin zum Haushaltseinkommen bei. Ob Betti berufstätig war und über ein Einkommen verfügte, ist nicht überliefert. Die Brüder Max und Moritz hatten schon früher den elterlichen Haushalt verlassen.

Bei Ella Esther Rosenblum stellten sich im Laufe der 1920er Jahre Krankheitssymptome ein, die schließlich 1936 zu ihrer Aufnahme in der „Heil- und Pflegeanstalt“ Hamburg-Langenhorn führten. 1940 ließ die „Euthanasie“-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4 (T 4), in norddeutschen Anstalten lebende jüdische Menschen erfassen und in der „Heil- und Pflegeanstalt“ in Hamburg-Langenhorn zusammenziehen. Im selben Jahr am 23. September 1940 wurden 136 Patienten, unter ihnen Ella Esther Rosenblum, im Güterbahnhof Ochsenzoll in einen Zug verladen und nach Brandenburg an der Havel transportiert. Noch am selben Tag wurden die Patientinnen und Patienten in dem zur Gasmordanstalt umgebauten Teil des ehemaligen Zuchthauses mit Kohlenmonoxid ermordet.

Ellas Schwestern Henriette und Betti Rosenblum lebten weiter in der Straße Durchschnitt 8, bis auch sie den Deportationsbefehl erhielten. Beide wurden am 6. Dezember 1941 mit weiteren 751 Frauen, Kindern und Männern nach Riga deportiert, wo sie umkamen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Rita Bake, Landesfrauenrat Hamburg e. V. Rita.Bake[at]hamburg.de

V.i.S.d.P.: Vorstand Landesfrauenrat Hamburg. e.V. .

Buchtipp: Gretchen Dutschke, 1968

Das andere ‘68

Es gibt nur wenige Jahreszahlen, die so irrlichternd durch das kollektive Weltgedächtnis wandern wie das Jahr 1968. Freie Liebe. Rock‘n Roll. Kommune 1. Das Märchen der Nachkriegsjugend von San Francisco bis Berlin, der Geruch von Revolution auf den Straßen. Ein Bild, voller Romantik – ein romantisiertes Trugbild? Diese und noch viele weitere Fragen wirft Gretchen Dutschke mit ihrem Buch „1968: Worauf wir stolz sein dürfen“ auf. Ihr selbstkritischer Blick auf die Studentenbewegung legt den glühenden Kern hinter dem Mythos frei: Machtkämpfe, Egoismen, Frauenfeindlichkeit. Denn sogar im revolutionären SDS gaben die Genossen wenig auf die Meinung der Genossinnen – eine Tatsache, die in etlichen anderen Publikation zum Thema gerne übersehen wird. Nicht so von der Witwe Rudi Dutschkes, die sich im Auge des 68er-Sturms befand, als er durch Deutschland tobte und die gesellschaftliche Landschaft für immer verändern sollte. Denn trotz aller berechtigter Kritik haben die 68er das Verständnis der Deutschen von Demokratie und Partizipation geprägt – wenngleich Gretchen Dutschke auch ihr grandioses Scheitern nicht verschweigt. Ein höchst unterhaltsames Buch, das auch andere Ausläufer wie die Frauenbewegung in den Fokus nimmt. Immerhin gehört die große zweite feministische Welle zu den wenigen Gruppierungen dieser Zeit, die einen tatsächlichen Wandel anstießen. Und darauf sollten wir allerdings stolz sein.

Gretchen Dutschke, 1968: Worauf wir stolz sein dürfen,
kursbuch.edition, 224 S., März 2018

In der hamburger frauenbibliothek zu finden unter: Ei 13

Mira de Gouges

 

 

 

Bücher-Café – neue Bücher!

Gestern war unser Sommer- Bücher-Café,

und es war – trotz wahrhaft sommerlicher Temperaturen –  wieder proppevoll! Spaß hat’s gemacht!

Und das leckere Kuchenbuffet wurde auch wieder geplündert!

 

Unsere neuen Bücher können nun ab sofort ausgeliehen werden – hier schon mal die Liste, nach der Sommerpause werden die Bücher dann noch einzeln vorgestellt.

Buchtipp: Luise Meier, MRX Maschine

Softwareupdate für Karl Marx

Sie ist laut. Stürmisch. Bricht unsere Denkmuster mit einem lauten Knirschen entzwei. Die Mrx Maschine, die Luise Meier in ihrem gleichnamigen Werk durch unseren Kopf jagt, ist nicht mehr aufzuhalten. Mit sprachlicher Finesse und unzähligen theoretischen Querverweisen von Walter Benjamin bis bell hooks poliert und ölt Meier das Marx‘sche Theorie-Bollwerk. In bunten Sprachbildern zeigt sie, dass in unserer quirligen Welt aus Selbstoptimierung und der Hochkultur des Individualismus immer noch der Kapitalismus die Trommel schlägt, zu der wir im Takt in die Tasten hauen. Aber nicht mehr nur die Lohnarbeit steht im Mittelpunkt, sondern auch die Verbindungen zu Feminismus, Sexismus und dem alltäglichen Leben, die Meier auf der Basis der Marx‘schen Theorie weiter flechtet. Das Proletariat ist mutiert, zersplittert: Die Berliner Autorin zeigt, wie das Ich Proletariat und herrschende Klasse zugleich sein kann, wenn mensch als höchsteigener Fitnesstrainer an der perfekten Strandfigur arbeitet. Wer sich schon einmal mit Marx‘ Theorien auseinandergesetzt hat, findet hier ein dringend notwendiges Update und ein sprachliches sowie intellektuelles Kunstwerk, was seinesgleichen sucht. Lassen wir uns zum 200. Geburtstag des großen Denkers von Luise Meier mit Unproduktivität anstecken.

Luise Meier, MRX Maschine, Reihe Fröhliche Wissenschaft Bd. 127, 208 Seiten, Matthes & Seitz Berlin 2018

In der Bibliothek zu finden unter Ba 61

Mira de Gouges

Unsere nächste Veranstaltung

Fa(t)shionista

 VS_9783864930539-Albrecht-Fatshionista_U1.inddRund und glücklich durchs Leben
(Ullstein Verlag, 2018)

Schon als Sechsjährige ärgert sich Magda Albrecht über die Kommentare ihrer Mitmenschen, die abfällig über ihren dicken Körper sprechen. Heute will sie das Schönheitsideal verändern, besser: ausdehnen, denn nicht die vielen Pfunde, sondern die Vorurteile sind hartnäckiger als gedacht: Wer dick ist, hat versagt, ist faul und ungebildet. Warum eigentlich?, fragt sich die Autorin nach vielen Jahren der Verunsicherung und verordnet sich seither keine Diätshakes mehr, sondern eine doppelte Portion Selbstbewusstsein. Denn sie hat gelernt, dem Schlankheitsideal etwas entgegenzuhalten: stolze Fatshionistas und die Erkenntnis, dass Diäten nichts bringen — außer schlechter Laune.

Magda Albrecht, Autorin, Bloggerin, Musikerin. Sie macht politische Bildungsarbeit, hält Vorträge und gibt Workshops zu den Themen Körpernormen (insbesondere Dickendiskriminierung), Strategien zur Selbstermächtigung und queer_feministischer Aktivismus.

Mittwoch, 27. Juni 2018, 19.30 Uhr

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Eintritt: 3 €

in Kooperation mit PINKSTINKS