„Jetzt ist schon wieder eine Frau rausgekippt worden wie Abfall.“

Elfriede Jelinek in der Frankfurter Allgemeinen zum Rauswurf der Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz:

„Jetzt ist schon wieder eine Frau rausgekippt worden wie Abfall. Eigentlich wäre das Saubermachen ja ihre Aufgabe, das macht sie gut, das hat sie geübt. Vielleicht sollte sie sich selbst entsorgen? Das nimmt den Herren die Arbeit ab. Es wäre auch praktisch, man muss sich nicht die Finger schmutzig machen an ihr. Es sind wahrscheinlich dieselben Herren, die laut barmen, dass bei der Mostra in Venedig wieder nur eine einzige Regisseurin eingeladen wurde, nein, nein, das geht gar nicht.“

„Es müssen mehr Frauen her, und man weiß auch schon, was man mit ihnen macht, wenn sie einmal da sind. Da Sie nun schon einmal da sind, setzen Sie sich hin und arbeiten ein wenig. Machen Sie sich’s nicht zu gemütlich! Lang wird es nicht dauern, denn Sie sind Dreck, und bald sind Sie wieder weg, so wie das Werk der Frau Dreck ist, aber wenigstens keinen macht. Und daran ändert sich nichts. Ich habe lange Kämpfe hinter mir, jetzt bin ich auch müde. Dank an Daniel Kehlmann für die offenen Worte anlässlich seiner Preisverleihung, und noch mehr danke ich Barbara Laugwitz.

Sie hat mir jetzt noch einmal ein Buch mit Theaterstücken ermöglicht, und sie weiß, dass die Leute Theaterstücke nicht so gern lesen. Sie wollen sie lieber heiß und dampfend serviert bekommen. Ich habe Frau Laugwitz nie kennengelernt, was ich sehr bedaure. Wir teilen alle unser Schicksal, wir teilen es schwesterlich, denn wir sind alle nichts wert, und dann dürfen wir es wieder wegräumen, wenn es zu groß wird.“

[Rauswurf der Rowohltverlegerin : Ein rätselhafter Vorgang“  (Julia Encke) Aktualisiert am

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist online.

DDFDie neue Adresse zu Lesben- und Frauengeschichte im Netz: das Digitale Deutsche Frauenarchiv

Die nächste Veranstaltung …

… in den Räumen der hamburger frauenbibliothek:

Darstellung muslimischer Frauen in der EMMA

Alice Schwarzer, Gründerin und Chefredakteurin der EMMA, wird in den Massenmedien gerne als „Islamexpertin“ angesehen, und sie äußert sich häufig öffentlich sehr prominent zum Thema „Islam“ und „muslimische“ Frauen. Was in der EMMA und von Alice Schwarzer auch in anderen Medien immer wieder betont wird, ist, dass die EMMA eine der wenigen – „oft die einzige Stimme“ – gewesen sei, die die Gefahr, die von islamistischen Fundamentalisten ausgehe, schon früh erkannt habe. In diesem Zusammenhang wird u. a. auf den ersten EMMA-Artikel zu dem Thema aus dem Jahre 1977 hingewiesen.

Der Vorwurf des Rassismus begleitet die Berichterstattung der EMMA dabei genau so lange. Vielfältige Reaktionen von feministischer Seite rief zum Beispiel der EMMA-Sonderband 1991 Krieg – Was Männerwahn anrichtet und wie Frauen Widerstand leisten und das Dossier über Fundamentalismus 1993 hervor. Einige Women of Color und kritische weiße Feministinnen übten massive Kritik an der Darstellung von „muslimischen“ Frauen und am Umgang mit dem Islam und warfen der EMMA Rassismus und Eurozentrismus vor.

Grund genug die Berechtigung dieses Vorwurfs genauer zu untersuchen und auch die historische Entwicklung der Berichterstattung zum Thema „Muslima“ in der EMMA genauer anzuschauen. Dies hat Eliane Kurz in ihrer Magisterarbeit aus dem Jahr 2011 gemacht und Artikel der EMMA seit ihrem Bestehen 1977 bis 2011 detailliert analysiert. In ihrem Vortrag wird sie die Ergebnisse ihrer Analyse vorstellen und auch auf aktuellere Artikel und Entwicklungen eingehen, zum Beispiel die Berichterstattung der EMMA nach den Vorfällen der so genannten „Kölner Sylversternacht“ 2015.

Eliane Kurz, hat in Freiburg Soziologie und Ethnologie studiert. Ihre Magisterarbeit hat sie 2011 unter dem Titel: Weißer Feminismus. Die Zeitschrift EMMA und ihre Berichterstattung über muslimisch markierte Frauen in Deutschland geschrieben. Seit 2016 schreibt sie, gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung, bei Prof. Helma Lutz ihre Doktorarbeit zum Thema: Intersektionalität in der feministischen politischen Praxis. Sie ist außerdem seit Jahren in anit-rassistischen und feministischen Kontexten aktiv.

Dienstag, 11. September 2018, 19.30 Uhr

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung

Eintritt: 3 €

Black History Month

Jedes Jahr wird im Februar Black History Month gefeiert, um die Geschichte Schwarzer Menschen zu würdigen. Für die Frauenbewegung haben Schwarze Frauen wie Angela Davis und Audre Lorde eine wichtige Rolle gespielt. Seit einigen Jahren ist Chimamanda Ngozi Adichie in aller Munde. Wir haben uns in der Bibliothek umgeschaut und einige Bücher von Schwarzen Frauen zusammengestellt: Bücherliste

Weitere Informationen zum Black History Month: http://isdonline.de/black-history-month/ 

Und zu Hamburg: Black History Month in Hamburg

Buchtipp: Maxi Obexer, „Europas längster Sommer“

Maxi Obexer: Europas längster Sommer, Romanessay, Verbrecher Verlag 2017, 105 S., 19 Euro

In der Bibliothek zu finden unter der Signatur: R Obe 1

Ausgehend von der Einladung zur Verleihung der Einbürgerungsurkunde an die Ich-Erzählerin beschreibt Obexer teils zynisch, teils humorvoll, was es heißt, Migrantin in Deutschland und in Europa zu sein. Es geht um Identität(-sfindung), Ossis und Wessis, Einwanderung, Beamtendeutsch, Bürokratie, die Unterscheidung von EU-Ausländern und anderen Ausländern sowie um ihre Gemeinsamkeiten.

Das Buch ist mehr Essay als Roman. Die einzelnen Kapitel ergeben keinen Erzählfluss, sondern sind mehr oder weniger unzusammenhängende Schnipsel aus Gedanken und Erlebnissen der Ich-Erzählerin. Obexer, selbst aus Südtirol eingewandert, erzählt Anekdoten von zahlreichen Einwanderern aus unterschiedlichsten Ländern und lässt dabei wohl auch ihre eigenen, persönlichen Erfahrungen einfließen.

Das Buch ist mit rund 100 Seiten zwar kurz, aber nicht die optimale „Zwischendurch-Lektüre“. Man muss sich auf die Erzählungen einlassen und darüber nachdenken. Wer die nötige Ruhe mitbringt, wird jedoch einen wertvollen Einblick in unsere Gesellschaft, in das deutsche und das europäische Bewusstsein erhalten, der den meisten „Bio-Deutschen“ andernfalls wohl verwehrt bliebe.

Buchtipp von: D.M.

 

Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch

„FRAUEN STÄRKEN FRAUEN!“

Hamburgs Frauen gehen voran – für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde

Der Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch rund um die Binnenalster

Was? Frauen- und MigrantInnenmarsch für die demokratischen Werte

Wann? Ab 14.00 Uhr Grußworte auf dem Rathausmarkt, ab 15:00 Uhr marschieren wir um die Binnenalster. Im Anschluss ab 17:00 Uhr bis 20.00 Uhr lädt die Kulturbrücke mit ihren MitveranstalterInnen die TeilnehmerInnen des Marsches zu einem Dialog mit den AusstellerInnen auf dem Rathausmarkt ein und es wird ein kulturelles Programm geboten werden.

Wo? Auf dem Hamburger Rathausmarkt

Wer? Frauen, MigrantInnen, Alt- und Neuhamburger jeder Nationalität.

Wir HamburgerInnen stehen ein für mehr Weltoffenheit, Selbstbestimmung, Menschlichkeit, gegenseitigen Respekt und Toleranz. Und für ein lebenswertes, sozial-gerechtes und friedvolles Miteinander.

Wir HamburgerInnen wehren uns gegen jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Frauenfeindlichkeit. Wir sagen „Nein!“ zu all denjenigen, die unsere Gesellschaft mit rechts-populistischer Propaganda und religiösem Fanatismus spalten wollen und so unsere Grundrechte auf Frieden, Freiheit und Demokratie zu erschüttern versuchen.

Was uns vereint, sind die demokratischen Werte, die unsere internationale Stadt und unser ganzes Land in den vergangenen Jahrzehnten geprägt haben. Mit einem vielfältigen künstlerischen Programm möchten wir die Vielfalt der Menschen und Kulturen feiern.

und viele andere Einrichtungen …

 

50. Treffen in Luxemburg

Wir waren dabei!

50. Jahrestagung deutschsprachiger Frauen-/ Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen vom 5. bis 8. November 2015 in Luxemburg

Foto: Ute Weller

Unter dem Motto „Recherche-Forschung-Vermittlung: Warum wir machen was wir tun“ fand vom 5. bis 8. November die 50. Archivetagung des i.d.a Dachverbandes in Luxemburg statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Frauen- und Genderbibliothek Cid | Fraen an Gender in Luxemburg. Expertinnen aus 35 Einrichtungen tauschten ihr Fachwissen in unterschiedlichen Arbeitsgruppen, Workshops und Diskussionsrunden aus.
Eröffnet wurde die Tagung von der CID Präsidentin Josée Kappweiler. Anschließend folgten Grußworte vom luxemburgischen Kulturministerium, vertreten durch die Leiterin der luxemburger Nationalbibliothek Monique Kieffer und von der Schöffin der Stadt Luxemburg Colette Mart. Feierlicher Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung war die Präsentation des META Online-Kataloges, der nach 3 Jahren Projektlaufzeit erstmals die Sichtung des Bestandes des Dachverbandes von 30 Einrichtungen für interessierte Nutzer_innen ermöglicht. Auch Radio Luxemburg berichtete von der Veranstaltung und interviewte i.d.a.-Vorstandsfrau Sabine Balke zum META-Katalog. Der Bericht kann hier aufgerufen werden: http://www.rtl.lu/letzebuerg/730221.html