Die nächste Veranstaltung …

… in den Räumen der hamburger frauenbibliothek:

Darstellung muslimischer Frauen in der EMMA

Alice Schwarzer, Gründerin und Chefredakteurin der EMMA, wird in den Massenmedien gerne als „Islamexpertin“ angesehen, und sie äußert sich häufig öffentlich sehr prominent zum Thema „Islam“ und „muslimische“ Frauen. Was in der EMMA und von Alice Schwarzer auch in anderen Medien immer wieder betont wird, ist, dass die EMMA eine der wenigen – „oft die einzige Stimme“ – gewesen sei, die die Gefahr, die von islamistischen Fundamentalisten ausgehe, schon früh erkannt habe. In diesem Zusammenhang wird u. a. auf den ersten EMMA-Artikel zu dem Thema aus dem Jahre 1977 hingewiesen.

Der Vorwurf des Rassismus begleitet die Berichterstattung der EMMA dabei genau so lange. Vielfältige Reaktionen von feministischer Seite rief zum Beispiel der EMMA-Sonderband 1991 Krieg – Was Männerwahn anrichtet und wie Frauen Widerstand leisten und das Dossier über Fundamentalismus 1993 hervor. Einige Women of Color und kritische weiße Feministinnen übten massive Kritik an der Darstellung von „muslimischen“ Frauen und am Umgang mit dem Islam und warfen der EMMA Rassismus und Eurozentrismus vor.

Grund genug die Berechtigung dieses Vorwurfs genauer zu untersuchen und auch die historische Entwicklung der Berichterstattung zum Thema „Muslima“ in der EMMA genauer anzuschauen. Dies hat Eliane Kurz in ihrer Magisterarbeit aus dem Jahr 2011 gemacht und Artikel der EMMA seit ihrem Bestehen 1977 bis 2011 detailliert analysiert. In ihrem Vortrag wird sie die Ergebnisse ihrer Analyse vorstellen und auch auf aktuellere Artikel und Entwicklungen eingehen, zum Beispiel die Berichterstattung der EMMA nach den Vorfällen der so genannten „Kölner Sylversternacht“ 2015.

Eliane Kurz, hat in Freiburg Soziologie und Ethnologie studiert. Ihre Magisterarbeit hat sie 2011 unter dem Titel: Weißer Feminismus. Die Zeitschrift EMMA und ihre Berichterstattung über muslimisch markierte Frauen in Deutschland geschrieben. Seit 2016 schreibt sie, gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung, bei Prof. Helma Lutz ihre Doktorarbeit zum Thema: Intersektionalität in der feministischen politischen Praxis. Sie ist außerdem seit Jahren in anit-rassistischen und feministischen Kontexten aktiv.

Dienstag, 11. September 2018, 19.30 Uhr

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung

Eintritt: 3 €