Verlegung der Stolpersteine für Ella, Betti und Henriette Rosenblum

Pressemitteilung Nr. 10, Landesfrauenrat Hamburg e.V., Hamburg, den 13.09.2018

Verlegung der Stolpersteine für Ella, Betti und Henriette Rosenblum

Der Landesfrauenrat Hamburg e.V. und der Hamburger Frauenring laden ein zur Verlegung der Stolpersteine für die drei von den Nationalsozialisten ermordeten Schwestern Betti, Ella und Henriette Rosenblum.

Freitag, 21. September, 14.00 Uhr in der Straße Durchschnitt 8

©Amos Schliack

 Die Verlegung der drei Stolpersteine wird durch den Kölner Künstler Gunter Demnig erfolgen.

Im Anschluss sind alle Teilnehmer*innen herzlich eingeladen zu einem Beisammensein in die hamburger frauenbibliothek in der Grindelallee 43.

Mit der Übernahme der Patinnenschaft für die drei Stolpersteine möchten der Landesfrauenrat Hamburg und der Hamburger Frauenring in Zeiten des wieder erstarkenden Antisemitismus ein Zeichen setzen für Zivilcourage und das Einsetzen für demokratische Werte.

Betti (geb. 1.8.1878 Salzwedel), Ella (geb. 14.9.1882 Hamburg) und Henriette Rosenblum (geb. 22.5.1884 Hamburg) wohnten nach dem Tod ihrer Eltern in einer gemeinsamen Wohnung in der Straße Durchschnitt 8 im Hamburger Stadtteil Rotherbaum. Sie stammten aus einer Familie jüdischen Glaubens und hatten noch zwei Brüder, die ebenfalls im Holocaust ermordet wurden.

Ella trug als Kassiererin und Henriette als Schneiderin zum Haushaltseinkommen bei. Ob Betti berufstätig war und über ein Einkommen verfügte, ist nicht überliefert. Die Brüder Max und Moritz hatten schon früher den elterlichen Haushalt verlassen.

Bei Ella Esther Rosenblum stellten sich im Laufe der 1920er Jahre Krankheitssymptome ein, die schließlich 1936 zu ihrer Aufnahme in der „Heil- und Pflegeanstalt“ Hamburg-Langenhorn führten. 1940 ließ die „Euthanasie“-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4 (T 4), in norddeutschen Anstalten lebende jüdische Menschen erfassen und in der „Heil- und Pflegeanstalt“ in Hamburg-Langenhorn zusammenziehen. Im selben Jahr am 23. September 1940 wurden 136 Patienten, unter ihnen Ella Esther Rosenblum, im Güterbahnhof Ochsenzoll in einen Zug verladen und nach Brandenburg an der Havel transportiert. Noch am selben Tag wurden die Patientinnen und Patienten in dem zur Gasmordanstalt umgebauten Teil des ehemaligen Zuchthauses mit Kohlenmonoxid ermordet.

Ellas Schwestern Henriette und Betti Rosenblum lebten weiter in der Straße Durchschnitt 8, bis auch sie den Deportationsbefehl erhielten. Beide wurden am 6. Dezember 1941 mit weiteren 751 Frauen, Kindern und Männern nach Riga deportiert, wo sie umkamen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Rita Bake, Landesfrauenrat Hamburg e. V. Rita.Bake[at]hamburg.de

V.i.S.d.P.: Vorstand Landesfrauenrat Hamburg. e.V. .